Kim und Lutzi reisen um die Welt

Held des Monats 

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Kim sitzt im Rollstuhl – aber das hält sie nicht davon ab, mit Lutzi die Welt zu erkunden. Lutzi – so heißt Kims Rollstuhl. Er ist ziemlich klein, zusammenklappbar und hat elektronische Räder, die Kim über einen Joystick bedienen kann. Da ihr Rollstuhl sich schnell ab- und aufbauen lässt, heißt es dann immer: „ab geht die Lutzi“. 

Zu ihrem Rollstuhl hat Kim eine besonders persönliche Beziehung. Ihm verdankt sie es, dass sie sich trotz ihrer Muskelschwunderkrankung den Traum vom Reisen erfüllen kann.


Auf ihrem Blog wheeliewanderlust dreht sich alles um barrierefreie Städte- und Fernreisen, die sie mit ihrem Rollstuhl Lutzi erlebt.

„Eine Welt ohne Barrieren.“

Unser „Held des Monats“ im Oktober ist Kim, weil sie aufgrund ihrer positiven Einstellung anderen Menschen als Vorbild dient und diese ermutigt, ihr Leben trotz einer Krankheit oder eines Handicaps wertzuschätzen und dabei unterstützt.

Kim ist unheilbar krank. Im Alter von zwei Jahren wurde bei ihr Spinale Muskelatrophie (SMA) diagnostiziert. Eine Art Muskelschwund verursacht durch den Untergang motorischer Nervenzellen im Rückenmark. Dadurch werden Impulse an ihre Muskeln nicht weitergeleitet, sie kann sie nicht mehr steuern. Früh ist klar: Sie wird im Rollstuhl sitzen. Als Kim acht Jahre alt ist, prophezeien ihr die Ärzte eine Lebenserwartung bis zum zwanzigsten Lebensjahr – jetzt ist sie über 30.

Für uns hat Kim Fragen beantwortet: über sich, ihr Leben und ihren Umgang mit ihrer Krankheit. 

 

 

  1. Langschläfer oder Morgenmuffel?
    Weder noch 🙂 Ich war noch nie ein Morgenmuffel und ich stehe seit 15 Jahren jeden Morgen zwischen 5-6 Uhr auf (außer am WE und im Urlaub natürlich)

  2. Kaffee oder Tee? Bier oder Wein? Sekt oder Selters?
    Im Büro Tee, am Wochenende mal ein leckerer Kaffee. Da wir in der schönen Pfalz direkt in den Weinreben aufgewachsen sind: Wein! Bier trinke ich nicht. Aber Selters den ganzen Tag, am liebsten schön sprudelig.

 

  1. Lieblingsbuch/-film/lied?

    Lieblingsbuch: Die gottverdammten Träume – Richard Russo

    Lieblingsfilm: Die Verurteilten

    Lieblingslied: Im Garten von Gettis – Philipp Poisel und Talkin´ ´bout a revolution – Tracy Chapman


  2. Welches war der bisher schönste Tag in Deinem Leben?

    Meine Hochzeit & freie Trauung am 06.08.2016.


  3. Welches war der bisher schlimmste Tag in Deinem Leben?
    Fällt mir keiner ein. Also auch ich hab tatsächlich auch mal schlechte Tage, aber keiner so sonderlich schlimm, dass er mir gleich einfällt. Okay vielleicht der 3.8.2015, da habe ich mir mein Bein dreifach gebrochen. Der Bruch an sich war nicht so schlimm, aber der Moment, in dem mir klar wurde, dass es danach nicht mehr so sein wird wie vorher, weil ich ja meine Muskeln nicht mehr aufbauen kann. Gut, der Moment war scheiße.

 

  1. Wie hast Du von Deiner Krankheit erfahren? Wann wurde sie diagnostiziert? Was war Deine erste Reaktion?

    Das war bereits mit 2 Jahren, kann mich nur dunkel dran erinnern.


  2. Wie hat die Diagnose Dein Leben verändert?
    Weiß gar nicht wie es ohne ist, es wird zwar stetig schlechter, aber ich kann mich wenigstens darauf einstellen bzw. weiß, was mir blüht 😉

 

  1. Was ist Dein persönliches Rezept, um Dich wieder aufzurappeln, wenn Du einen Tiefpunkt hast und am Boden bist?
    Diese Momente lasse ich selten zu bzw. ich sage mir einfach, Trübsal blasen macht mich auch nicht gesünder, im Gegenteil.

  2. Mit welchen drei Worten würden Deine Freunde Dich beschreiben?
    Ehrlich, immer am lachen & abenteuerlustig.

  3. Wenn Du einen Wunsch frei hättest: Was würdest Du Dir wünschen?
    Eine Welt ohne Barrieren (Eine Welt ohne Krankheiten eigentlich, aber das wäre noch unrealistischer als der erste Wunsch 😉 )

  4. Wenn Du Dir eine Superkraft aussuchen dürftest, welche wäre es und warum?

    Auf jeden Fall Beamen! Dann könnt ich mich ans Meer, auf Berggipfel oder aufs Klo beamen 😀 und den ganzen Tag „Beam me up Scotty“ sagen.


  5. Hast Du ein Lieblingssprichwort/-zitat?
    Unendlich viele…darf ich meine Top3 aufzählen:

    “A smile is the prettiest thing you can wear.”

    “If you don’t go through life with an open mind, you will find a lot of closed doors.”

    “There are so many reasons to be happy. And if you have the power to make someone happy, do it. The world needs more of that.”

  6. Was bedeutet für Dich Freundschaft?

    Das ist die Familie, die man sich selbst aussuchen kann, oder? Ich habe die allerbesten Freunde, die ich für gar nichts in der Welt eintauschen/missen möchte.


  7. Was bedeutet für Dich Unabhängigkeit/Freiheit?

    Puh schwere Frage. Das bedeutet für mich eigentlich, dass man alleine aufstehen kann und jeden Tag das tut, was man möchte.  Auch wenn ich gut mit meiner Krankheit leben kann, unabhängig und frei ist es für mich nicht, man fühlt sich schon hin und wieder in seinem eigenen Körper gefangen. So sehr man auch will, aus dem kommt man nicht raus.


  1. Hast Du eine Bucket List? Welche drei Dinge möchtest Du unbedingt einmal ausprobieren?
    Hab mir in den vergangenen Jahren schon eine Menge davon erfüllt. Paragliding erst neulich zum Beispiel. Es stehen unter anderem noch drauf: Polarlichter sehen und eine Safari machen und die Big Five sehen. Und außerdem ein Punkt, der nie abgehakt sein wird: Einmal im Monat an einen Ort zu gehen, an dem man vorher noch nicht war.

 

  1. Was ist das Verrückteste, das Du bisher getan hast?

    Paragliding?! 😀 Verrückt genug?


  2. Was macht Dich wütend?

    Wenn man mich anlügt, Miesepeter und Motzkühe 🙂 und Leute, die ihren Müll auf die Straße werfen.


  3. Auf was könntest Du in Deinem Leben auf keinen Fall verzichten? 

    Meine Freunde.


  4. Hast Du einen Lieblingsplatz/Wohlfühlort?

    Die Ruhewiese im Luisenpark vor meiner Haustür und alle Plätze am Meer.

  5. Was sind Deine Pläne für die Zukunft (Projekte/Aktivitäten/Ziele…)?

    Ich möchte eigentlich gerne weniger Pläne schmieden, mehr spontan sein, mich mit meinem Blog beschäftigen und weiterhin die Welt bereisen.




Wir wünschen Kim weiterhin viel Kraft und Erfolg beim Erreichen ihrer Ziele und bedanken uns herzlich für ihre offenen Worte.
Ihr findet Kim auf Instagram und Facebook.

Auf ihrem Blog Wheelie Wanderlust findet ihr in ein paar Tagen einen Produkttest zum Funktionsgeschirr von ORNAMIN. 
Denn echte Powerfrauen sind nicht nur unglaublich stark, sondern kennen auch ihre Schwächen und nehmen Unterstützung an oder greifen zu Alltagshilfen, die das Leben ein bisschen einfacher machen 🙂