FRAUENPOWER TROTZ MS

Held des Monats 
ORNAMIN Held des Monats Caroline Régnard-Mayer Magazinbeitrag
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Unter dem Motto „Held des Monats“ stellt ORNAMIN euch ab August jeden Monat eine Persönlichkeit vor, die aufgrund ihrer Lebenseinstellung anderen Menschen als Vorbild dient und diese ermutigt, ihr Leben trotz einer Krankheit oder eines Handicaps aktiv zu gestalten und zu leben. Unser erster „Held des Monats“ ist Caro, die uns besonders damit beeindruckt, wie sie mit ihrer MS-Erkrankung umgeht und welch positive Energie sie ausstrahlt.


„Als weiter!“

Caroline Régnard-Mayer ist 53 Jahre jung, hat zwei Kinder und lebt seit 2004 mit der Diagnose MS. Die Krankheit brachte sie zum Schreiben: Sie veröffentlichte mehrere Bücher über das Thema Multiple Sklerose – von einer Biografie bis hin zu Ratgebern und Kochbüchern. Sie ist Leiterin einer Selbsthilfegruppe und Delegierte der DMSG Rheinland-Pfalz. Auf Ihrem Blog frauenpowertrotzms.de und in den sozialen Medien (Instagram, Facebook, Twitter) teilt Caro ihre Erfahrungen und ermutigt andere, ihr Leben trotz Krankheit oder Handicap wertzuschätzen und zu genießen. Für uns hat Caro Fragen beatwortet: über sich, ihr Leben und ihren Umgang mit ihrer Krankheit.
 

ORNAMIN Held des Monats Caroline Régnard-Mayer Magazinbeitrag-Régnard-Mayer_Magazinbeitrag 2

  1. Langschläfer oder Morgenmuffel?
    Langschläfer, weil ich die Nacht gerne zum Tag mache – am späten Abend habe ich die besten Ideen.

 

  1. Kaffee oder Tee? Sekt oder Selters?
    Bei einem guten Frühstück zwei Tassen Kaffee; Tee nur wenn ich krank bin und ansonsten literweise Wasser!

 

  1. Lieblingsbuch/-film/lied?
    Die Lieder von Herbert Grönemeyer.

 

  1. Welches war der bisher schönste Tag in Deinem Leben?
    Die Geburt meiner Tochter.

 

  1. Welches war der bisher schlimmste Tag in Deinem Leben?
    Der Tod meiner Großmutter, die für mich wie eine Mutter war und während eines Urlaubs schwer verunglückte.

 

  1. Wie hast Du von Deiner Krankheit erfahren? Wann wurde MS bei Dir diagnostiziert? Was war Deine erste Reaktion?
    Seit 1995 hatte ich erste Symptome, die aber auf die belastende Pflegesituation meiner Tochter und später meines Sohnes geschoben wurden. Meine Tochter ist mit schwerer Hüftdysplasie und Asthma auf die Welt gekommen und durfte sich zwei Jahre nicht bewegen, da sie vier Hüftoperationen hatte und dazu schwere Asthmaanfälle. War eine schreckliche Zeit: 24 Stunden Pflege, viele Klinikaufenthalte, viele Ausnahmesituationen. Ich hatte sogar einen speziellen Kinderwagen, da sie entweder von den Füßen bis zu Brust eingegipst war oder Schienen trug. Eine arme Maus. Mein Sohn hatte das auch, aber ohne Operationen und musste zum Glück nur sieben Monate Schienen tragen. Hinzu kam, dass sich meine Beschwerden zurückbildeten. Keiner nahm mich ernst. Erst 2004 habe ich nach vielen Facharztbesuchen die Diagnose Multiple Sklerose erhalten – danach stand die Welt auf dem Kopf. Wut, Fassungslosigkeit, Verzweiflung und Mutlosigkeit hielten mich wochenlang gefangen, doch dann versuchte ich, mich dem Leben und Alltag zu stellen –  zuerst für meine Kinder, heute auch für mich. Während die Diagnose anfangs einen jahrelangen Kampf gegen die Krankheit für mich bedeutete und Kraft – und auch Lebensqualität – kostete, stehe ich heute zu meiner MS und habe sie akzeptiert. Positiv in die Zukunft zu blicken, scheint mir doch eine bessere Alternative als zurückzublicken und zu fragen, warum?

 

  1. Wie hat die Diagnose Dein Leben verändert?
    Ohne die MS hätte ich nie begonnen, Bücher zu schreiben. Heute stehen das Bloggen und der Kontakt zu meinen Lesern an erster Stelle. Selbst im Urlaub schreibe ich. Auch habe ich mir meinen Wunsch vom Klettern in einer Kletterhalle erfüllt und bin zu meinem alten Hobby, dem Fotografieren, zurückgekehrt. Ich habe gelernt, die kleinen Dinge zu schätzen, die ich früher übersehen habe. Die Natur ist die wichtigste Kraftquelle für mich geworden. Nichts ist mehr selbstverständlich und das, was ich noch kann, genieße ich mit Zufriedenheit und Gelassenheit.

 

  1. Was ist Dein persönliches Rezept, um Dich wieder aufzurappeln, wenn Du einen Tiefpunkt hast und am Boden bist?
    Depressive Episoden gehören zu meinem Alltag, seit die Krankheit weiter voran geschritten ist. Entweder ich rufe eine Freundin an und treffe mich mit ihr, um mein Herz auszuschütten oder ich setze mich an den PC und schreibe. Wenn ich die Kraft habe, mache ich einen Spaziergang oder gehe in die Stadt. Wenn das alles nicht hilft, suche ich das Gespräch mit meinem Arzt.

 

  1. Mit welchen drei Worten würden Deine Freunde Dich beschreiben?
    Kontaktfreudig, hilfsbereit und neugierig aufs Leben.

 

  1. Wenn Du einen Wunsch frei hättest: Was würdest Du Dir wünschen?
    Einen Partner an der Seite, um nicht alleine alt zu werden, um einmal am Tag in den Arm genommen zu werden.

 

  1. Wenn Du Dir eine Superkraft aussuchen dürftest, welche wäre es und warum?
    Kraft und Energie, um einen Berg zu besteigen und den Sonnenuntergang über schneebedeckte Gipfeln zu genießen.

 

  1. Hast Du ein Lieblingssprichwort/-zitat?
    Als weiter! Ein pfälzischer Ausdruck, den bereits viele meiner Leser übernommen haben. Es bedeutet nach vorne zu blicken und nicht zurück. Vergangenes kann man nicht ändern, doch in Zukunft besser machen.

 

  1. Was bedeutet für Dich Freundschaft?
    Eins der wichtigsten Dinge zwischen zwei Menschen.

 

  1. Was bedeutet für Dich Familie?
    Heimat

  2. Was bedeutet für Dich Unabhängigkeit/Freiheit?
    In meinem Rhythmus leben; das machen, was mir gut tut und für das ich brenne.

 

  1. Hast Du eine Bucket List? Welche drei Dinge möchtest Du unbedingt einmal ausprobieren?
    Reise nach Norwegen, in eine andere Stadt/Land ziehen und mit dem Rolli durch NY

 

  1. Was macht Dich wütend?
    Wassertropfen auf dem Küchenboden und Haare in der Dusche – Neid unter Autorenkollegen und schlechte Rezensionen, wenn jemand das Buch nicht gelesen hat.

 

  1. Hast Du einen Spitznamen und wie lautet er?
    Caro, viele kennen mich nur unter diesem Namen.

 

  1. Auf was könntest Du in Deinem Leben auf keinen Fall verzichten?
    Meine Kinder und gutes Essen.

 

  1. Hast Du einen Lieblingsplatz/Wohlfühlort?
    Ich suche mir am liebsten Plätze in der Natur oder am Wasser, dort kann ich Kraft tanken und sie sind oft auch eine Inspirationsquelle.

 

  1. Wem würdest Du gerne einmal Danke sagen?
    Meinen Lesern, Heidi Dahlsen und Elke Voß; ohne sie wäre ich nicht da, wo ich heute stehe.

 

  1. Was sind Deine Pläne für die Zukunft (Projekte/Aktivitäten/Ziele…)?
    Meinen Blog weiter ausbauen – er ist mein Herzblut. Mit den Menschen in den sozialen Netzwerken zu kommunizieren und über die Krankheit MS informieren. Dieses Jahr meinen dritten Roman zu Ende schreiben. Norwegen bereisen und die Nordlichter sehen.

Wir wünschen Caro weiterhin viel Kraft und Erfolg beim Erreichen ihrer Ziele und bedanken uns herzlich für ihre offenen Worte.
Ihr findet Caro auf InstagramFacebook, und Twitter.
 
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Denn echte Powerfrauen sind nicht nur unglaublich stark, sondern kennen auch ihre Schwächen und nehmen Unterstützung
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