Alltagshelfer bei Demenz

Demenzgeschirr im Praxistest 

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Teller, Becher und Schalen von Ornamin

Das Thema Ernährung bei Demenzkranken stellt sowohl für Pflegekräfte als auch für Angehörige eine große Herausforderung dar. Denn Betroffene haben häufig weniger Hunger und Durst und verstehen den Sinn des Essens und Trinkens nicht mehr. Dehydration und Mangelernährung sind die Folgen. Die klaren Formen und deutlichen Farbkontraste des Funktionsgeschirrs von Ornamin helfen dabei, Speisen und Getränke leichter und besser wahrzunehmen. Zudem erleichtern die eingebauten „Tricks“ das selbstständige Essen und Trinken. Das bestätigen auch Bewohner und Betreuer der Hamburger Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz im Bärenhof. Sie haben das Demenzgeschirr von Ornamin einen Monat lang getestet. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen – eine kleine Tischgeschichte.

Hilfen für den Alltag in der Demenz-WG

Licht flutet in die offene Wohnküche, durch die Terrassentür weht Sommerluft herein und mischt sich mit den würzigen Aromen aus der Küche. Louise Mehlmann* und Frida Ast – zwei Bewohnerinnen der WG für Menschen mit Demenz der Martha Stiftung (Diakonie) – sitzen am Tisch und beobachten, wie Pfleger Hauke Westphal letzte Handgriffe ans Mittagessen legt. Leberkäse steht heute auf dem Speiseplan. Und als Dessert Milchreis – die Lieblingsspeise der Bewohner. Gedeckt wird individuell: Thermoteller oder Demenzgeschirr von Ornamin. Die funktionalen Ess- und Trinkhilfen made in Minden sind vor vier Wochen in die Wohngemeinschaft im Hamburger Norden eingezogen. Vorher speisten die Bewohner von ihrem beim Einzug mitgebrachten Geschirr.

Die übrigen sechs Bewohner kommen zum Tisch oder werden gebracht. Zur Tischgemeinschaft wird eingeladen, sie ist aber nicht verpflichtend. „Ich will meinen neuen Teller“, sagt Rolf Hartig. Er ist an Demenz und Parkinson erkrankt. Eine eingeschränkte Motorik erschwert ihm das Essen und Trinken. Oft waren die letzten Bisse beim Mittagessen kalt bis er fertig war. Mit dem Thermoteller bleiben seine Speisen länger warm – und das Essen bis zum Schluss ein Genuss.
 

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Tischgemeinschaft – das Demenzgeschirr im Einsatz.

 

 

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Eingeschränkte Motorik – kein Problem mit dem Demenzgeschirr

Eingeschränkte Motorik: Demenzgeschirr hilft

„Wir können eine sehr positive Bilanz ziehen“, resümiert Hannelore Köster zum Praxistest des Demenzgeschirrs von Ornamin. Sie ist Teamleiterin und Koordinatorin für die Wohngemeinschaften der Martha Stiftung im Bärenhof und in Rahlstedt und kennt die Hürden der Bewohner beim Essen und Trinken. „Demenziell erkrankte Menschen fehlt häufig der Bezug zu Geschirr. Sie können es nicht mehr richtig erkennen und wissen auch nicht mehr, wie sie es benutzen sollen. Eine zusätzlich eingeschränkte Motorik führt dann häufig dazu, dass das Geschirr vom Tisch geschoben wird.“ Rutschfestigkeit und Bruchstabilität sind daher wichtige Faktoren für Demenzgeschirr. Die Teller und Brettchen von Ornamin haben einen Antirutsch-Ring unter dem Boden und werden aus hochwertigem Melamin gefertigt, das macht sie robust gegen Stürze. Der farblich abgesetzte Rand beim Demenzgeschirr hilft zusätzlich bei der Orientierung. „Einige unserer Bewohner greifen beim Essen über einen schlicht weißen Teller hinüber“, erläutert Hannelore Köster. Der kontraststarke rote Rand des Demenzgeschirrs schafft hier Abhilfe, die rote Farbgebung wirkt zusätzlich appetitanregend.

Appetit haben auch die WG-Bewohner. Pfleger Hauke füllt allen Milchreis auf. Die Hilfestellungen für Demenzkranke sind sehr unterschiedlich. „Louise braucht nur einen Impuls, um selbständig zu Essen. Anderen Bewohnern reichen wir das Essen an. Es kommt auf die Tagesform drauf an. Aber wir versuchen immer, die Selbständigkeit zu aktivieren“, erklärt Hauke Westphal. Louise Mehlmann löffelt ihre Erbsen und Möhren aus dem Teller mit Kipp-Trick. Durch einen schrägen Innenboden und einen unauffälligen Überhang gelangt das Essen leichter auf Löffel oder Gabel und sammelt sich ein einer Ecke, sodass man nicht mehr selbst den Teller kippen muss, um ganz aufessen zu können. „So schiebt Louise ihr Essen auch nicht über den Tellerrand und es geht weniger daneben“, beschreibt Pfleger Hauke die Vorteile des Demenzgeschirrs gegenüber einem normalen Teller. „Das klappt nicht nur wie heute bei Gemüsestückchen, sondern auch bei Eintöpfen. Und vor allem auch bei ihrem geliebten Milchreis“, erzählt der Gesundheits- und Pflegeassistent.

Pflege bei Demenz – auf das Wie kommt es an

Frida Ast ist inzwischen über dem Essen eingeschlafen. „Essen verlangt einigen unserer Bewohner ein hohes Maß an Konzentration ab. Da liefert ein kleines Nickerchen neue Kraft“, erläutert Teamleiterin Hannelore Köster. Deshalb nutzt Frida auch einen Thermoteller, denn kaltes Essen mag in der Wohngemeinschaft niemand. Ansonsten sind die Wünsche bei der Wochenplanung der Mahlzeiten durchaus verschieden. „Nicht alle Bewohner können uns ihre Essenswünsche verbal mitteilen. Da geben wir haptische Anreize – legen zum Beispiel Blumenkohl, Möhren und Kartoffeln zur Auswahl auf den Tisch. Unser Konzept mit einem vergleichsweise hohen Personalschlüssel erlaubt uns, auf unterschiedlichen Wegen herauszufinden, was die Bewohner wollen“, beschreibt Hannelore Köster den Ansatz der Wohngemeinschaft. Bewusst wurde bereits bei der Planung der Räume eine offene Wohnküche eingerichtet: Der Duft bei der Zubereitung der Mahlzeiten zieht durch die Räume und regt Appetit und Ideen an – nicht nur zur Weihnachtszeit mit Braten und Plätzchen. Eine Bewohnerin hilft täglich beim Gemüse putzen und schälen und wäscht sogar ab. Diese Routinehandgriffe hat die frühere Kinderpflegerin nicht verlernt.

Bewohnerin Frida ist wieder wach und Pfleger Hauke hilft ihr, den Becher zum Mund zu führen. Nach diesem ersten Impuls gehen die nächsten Schlucke von alleine. Auch der Becher ist ein Alltagshelfer bei Demenz und eingeschränkter Motorik: Durch seinen konisch geformten Innenbecher erleichtert er das Trinken bei Schluckbeschwerden und eingeschränkter Nackenbeweglichkeit – sogar in liegender Position. „Nur bei stark demenziell veränderten Bewohnern haben wir beobachtet, dass sich ihnen die Bedeutung eines Henkels nicht mehr erschließt. Ein Becher ohne Henkel wäre vielleicht eine sinnvolle Weiterentwicklung für unsere Bewohner und andere Betroffene“, gibt Hannelore Köster als Anregung mit auf den Weg. Diesen Vorschlag greift Ornamin gerne auf und wünscht weiterhin viele leckere Mahlzeiten vom Demenzgeschirr.

Mehr zu praktischen Alltagshilfen bei Demenz und Alzheimer finden sie auf der Ornamin Homepage. In der Woche rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September 2017 geben wir täglich auf unserer Facebook-Seite Tipps für die häusliche Pflege bei Demenz.

*Die Namen der Betreuten wurden von der Redaktion geändert.
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